Besuch im Flüchtlingsheim Mühlenstraße

Am 23. Dezember bin ich mit ein paar Mitbringseln in das Flüchtlingsheim in der Mühlenstraße gefahren. Das wurde Ende November eröffnet. Zuvor gab es ein paar Unsicherheiten, weil Nazis Proteste angekündigt und Bedrohungsszenarien entworfen hatten. Als im September eine anonyme Initiative zu einem „Erfahrungs- und Meinungsaustausch“ geladen hatte, trafen sich Anwohner*innen und andere Unterstützer*innen auf dem Heinz-Knobloch-Platz, um gegen ein paar tatsächlich aufgetauchte Nazis zu protestieren. Zum Glück ist nun aber die Solidarität groß.

Aufkleber direkt am FlüchtlingsheimMeine mitgebrachten Orangen, Mandarinen und Weihnachts-Plätzchen werden von einer Helferin dankbar entgegen genommen. In dem dafür vorgesehenen Zimmer sind viele Gaben zu sehen, eingepackte Geschenke, Lebensmittel und Kleidung. Gerade ist eine Feier für Kinder zu Ende gegangen und jedes hat ein Geschenk bekommen. Ein paar von ihnen fragen mich neugierig, was ich hier mache und ob sie noch mehr geschenkt bekommen… Die Helferin – eine Studentin, die vor allem bei der täglichen Kinderbetreuung hilft – berichtet von großer Unterstützung durch die Anwohner*innen. Unter anderem war eine Kindergartengruppe mit Selbstgebackenem da und eine Vorleserin kommt regelmäßig, sagt sie begeistert. Besonders jetzt zur Weihnachtszeit werden viele Spenden abgegeben. Das Heim von Betreiber-Firma Prisod ist immer offen für Interessierte, vor allem Nachbar*innen, bei denen Voreingenommenheit oder sogar Angst dadurch recht schnell genommen werden können.

Wer etwas spenden möchte, sollte sich vorher dort anmelden, um zu erfahren, wann eine Abgabe passt und was gebraucht wird. Nicht benötigt wird derzeit Kleidung – außer Winterbekleidung für Männer. Für andere Ideen der Unterstützung wie zum Beispiel Lesungen, Stadtrundfahrten, bzw. Spaziergänge oder Spieleabende/-nachmittage sollten sich die Initiatoren vor Ort erkundigen, was gebraucht wird und Mitorganisatoren bei den Piraten suchen. Für März oder April können wir eine gemeinsame Sammelaktion starten, dann ist das weihnachtliche Spendenbewusstsein vermutlich etwas abgeflaut.

Auch unsere BVV-Fraktion ist nicht untätig: Jan Schrecker steht im Kontakt mit Prisod und hat bereits für Anfang Januar einen Besuchstermin vereinbart. Unter anderem will er dort die Internet-Situation im Heim klären.

Zweites Paar Augen: Johannes

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Eine Antwort auf „Besuch im Flüchtlingsheim Mühlenstraße“

  1. Leider ist der Lagerbetreiber Prisod des Flüchtlingslagers ein Betreiber der viele Lager in Berlin betreibt. So geht es einem solchen Betreiber hauptsächlich nur um Belegungszahlen.
    Da es sich nicht einmal um einen sozialen oder gemeinnützigen Träger hierbei handelt – sondern ganz simpel um einen Ableger einer privaten Immobilienfirma, der sogenannten BRB Immobilien, sollten solche Firmen die reichlich mit Geldern bezuschusst werden auch nicht noch heuchlerisch um Spenden bitten.
    Da sollten eher solche seriösen Betreiber wie die AWO oder der IB Unterstützung erhalten.

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