Die Angst ist es, was es gefährlich macht

In der Nacht vom Sonntag auf Montag 08. August brannte es in der Asylunterkunft in Pankow-Buch. Ein Brandanschlag liegt sehr Nahe. Direkt an den Zaunlaternen der Unterkunft überall Wahlplakate der NPD mit Sprüchen wie „Gas geben“ und „guten Heimflug“. Vor Ort ein Bild von verunsicherten Geflüchteten. 20.30 Uhr es stehen Busse bereit, die, die Geflüchteten evakuieren sollen und auf andere Geflüchtetenunterkünfte verteilen sollen. Kinder weinen und klammern sich an ihre Eltern. Viele Menschen laufen aufgeregt umher, einige organisierend, einige abwartend, wieder andere suchend. Die Angst, wo kommen wir hin und sind wir dort wirklich sicher? Werden wir zusammen oder getrennt untergebracht? Viele Fragen.

Die Piraten verurteilen diesen feigen Brandanschlag. Die Täter haben den Tod von Menschen billigend in Kauf genommen.

Auf der anderen Seite in einer Beratung am Nachmittag des heutigen Tages, auch Angst. Angst vor dem sozialen Abstieg.

Um 14.00 Uhr hatte ich mich mit einer Bürgerin verabredet, die mit mir über das bedingungslose Grundeinkommen sprechen wollte. Sie fand das sehr gut und längst überfällig. Wir brauchen ganz dringend ein bedingungsloses Grundeinkommen, sagt sie, sie wolle dazu eine Veranstaltung machen. Sie sei zur Zeit im Hartz IV Leistungsbezug und würde mit dem Regelsatz nicht hinkommen. Ihr würde nach Ihrer Meinung auch ein Mehrbedarf zustehen, der ihr aber vom JobCenter versagt würde. Sie könne nicht verstehen, warum die Flüchtlinge alles bekommen würden und dem Staat mehr kosten würden als deutsche Staatsbürger. Sie fühle sich immer mehr im Stich gelassen und unfair behandelt. Sie hätte ihr ALG II letztens zu spät ausbezahlt bekommen, daran wären nur die Flüchtlinge schuld.

Nein, dem ist garantiert nicht so, und die Flüchtlinge sind auch nicht schuld an Ihren Problemen, entgegnete ich, doch davon wollte sie nichts hören. Ich versuchte noch ein wenig zu erklären, dass die Geflüchteten die zu uns kommen mit der Versagung ihres Mehrbedarfes sicher nichts zu tun haben könnten, dies drang jedoch nicht zu ihr durch. Ein einfaches Bild ist schnell zurecht gelegt, ein Schuldiger ist schnell gefunden, dabei ist es egal, ob es der Realität entspricht oder nicht. Die Angst vor Existenzvernichtung ist so groß und so tief, das Menschen zu allen Mitteln greifen. Einfache Antworten auf schwierige Fragestellungen scheinen da für viele der beste Ausweg. Wohin treibt uns diese Entrechtung von Hartz IV Empfängern? Treiben wir die Menschen mit diesem System in die rechte Ecke ? Wohin bringt uns Angst? Angst kennt keine Gerechtigkeit, Angst kann unfair und ungerecht sein. Aus Angst und Ohnmacht wird schnell Wut, wo Wut hinführen kann, haben wir am heutigen Tage mit dem Brandanschlag gesehen.

Die Angst der Menschen ist es, die uns Sorgen machen sollte. Wenn wir die Angst nicht ernst nehmen, werden bald wieder Flüchtlingsunterkünfte brennen.

Deshalb brauchen wir eine gute soziale Absicherung für alle, damit keiner Existenzängste haben muss. Deshalb brauchen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Hoffnung, Zuversicht und eine Strategie der sozialen und kulturellen Teilhabe aller, ist ein Lösungsansatz der Entwicklungspotentiale freisetzt und jedem Menschen Handlungsmöglichkeiten eröffnet.

Die Piraten stehen für diesen positiven Entwicklungsansatz und halten nichts von Demagogie.

Deshalb lesen Sie unser Bezirkswahlprogramm  und unser Landeswahlprogramm und wählen Sie die Piraten.