Aufruf zur Kundgebung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Buch

In der Nacht vom Sonntag auf Montag 08. August brannte es in der Asylunterkunft in Pankow-Buch. Ein Brandanschlag liegt sehr Nahe. Direkt an den Zaunlaternen der Unterkunft überall Wahlplakate der NPD mit Sprüchen wie „Gas geben“ und „guten Heimflug“. Vor Ort ein Bild von verunsicherten Geflüchteten. Die Wahlplakate der demokratischen Parteien wurden abgerissen, statt dessen hängen dort jetzt Plakate der NPD.

Die Piraten verurteilen diesen Brandanschlag. 

Das ist die Situation in Pankow Buch.

Und genau deshalb ist es wichtig ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gerade in Pankow-Buch zu setzen. Wir rufen gemeinsam mit allen demokratischen Initiativen und Parteien zu einer Kundgebung für Solidarität mit den betroffenen Geflüchteten auf.

Die Kundgebung ist am

 

Sonntag den 14.08.2016 um 16.00 Uhr

am Bürgerhaus Buch in der Franz-Schmidt-Str. 8 – 10, 13125 Berlin-Buch.

 

 

 

Die Angst ist es, was es gefährlich macht

In der Nacht vom Sonntag auf Montag 08. August brannte es in der Asylunterkunft in Pankow-Buch. Ein Brandanschlag liegt sehr Nahe. Direkt an den Zaunlaternen der Unterkunft überall Wahlplakate der NPD mit Sprüchen wie „Gas geben“ und „guten Heimflug“. Vor Ort ein Bild von verunsicherten Geflüchteten. 20.30 Uhr es stehen Busse bereit, die, die Geflüchteten evakuieren sollen und auf andere Geflüchtetenunterkünfte verteilen sollen. Kinder weinen und klammern sich an ihre Eltern. Viele Menschen laufen aufgeregt umher, einige organisierend, einige abwartend, wieder andere suchend. Die Angst, wo kommen wir hin und sind wir dort wirklich sicher? Werden wir zusammen oder getrennt untergebracht? Viele Fragen.

Die Piraten verurteilen diesen feigen Brandanschlag. Die Täter haben den Tod von Menschen billigend in Kauf genommen.

Auf der anderen Seite in einer Beratung am Nachmittag des heutigen Tages, auch Angst. Angst vor dem sozialen Abstieg.

Um 14.00 Uhr hatte ich mich mit einer Bürgerin verabredet, die mit mir über das bedingungslose Grundeinkommen sprechen wollte. Sie fand das sehr gut und längst überfällig. Wir brauchen ganz dringend ein bedingungsloses Grundeinkommen, sagt sie, sie wolle dazu eine Veranstaltung machen. Sie sei zur Zeit im Hartz IV Leistungsbezug und würde mit dem Regelsatz nicht hinkommen. Ihr würde nach Ihrer Meinung auch ein Mehrbedarf zustehen, der ihr aber vom JobCenter versagt würde. Sie könne nicht verstehen, warum die Flüchtlinge alles bekommen würden und dem Staat mehr kosten würden als deutsche Staatsbürger. Sie fühle sich immer mehr im Stich gelassen und unfair behandelt. Sie hätte ihr ALG II letztens zu spät ausbezahlt bekommen, daran wären nur die Flüchtlinge schuld.

Nein, dem ist garantiert nicht so, und die Flüchtlinge sind auch nicht schuld an Ihren Problemen, entgegnete ich, doch davon wollte sie nichts hören. Ich versuchte noch ein wenig zu erklären, dass die Geflüchteten die zu uns kommen mit der Versagung ihres Mehrbedarfes sicher nichts zu tun haben könnten, dies drang jedoch nicht zu ihr durch. Ein einfaches Bild ist schnell zurecht gelegt, ein Schuldiger ist schnell gefunden, dabei ist es egal, ob es der Realität entspricht oder nicht. Die Angst vor Existenzvernichtung ist so groß und so tief, das Menschen zu allen Mitteln greifen. Einfache Antworten auf schwierige Fragestellungen scheinen da für viele der beste Ausweg. Wohin treibt uns diese Entrechtung von Hartz IV Empfängern? Treiben wir die Menschen mit diesem System in die rechte Ecke ? Wohin bringt uns Angst? Angst kennt keine Gerechtigkeit, Angst kann unfair und ungerecht sein. Aus Angst und Ohnmacht wird schnell Wut, wo Wut hinführen kann, haben wir am heutigen Tage mit dem Brandanschlag gesehen.

Die Angst der Menschen ist es, die uns Sorgen machen sollte. Wenn wir die Angst nicht ernst nehmen, werden bald wieder Flüchtlingsunterkünfte brennen.

Deshalb brauchen wir eine gute soziale Absicherung für alle, damit keiner Existenzängste haben muss. Deshalb brauchen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Hoffnung, Zuversicht und eine Strategie der sozialen und kulturellen Teilhabe aller, ist ein Lösungsansatz der Entwicklungspotentiale freisetzt und jedem Menschen Handlungsmöglichkeiten eröffnet.

Die Piraten stehen für diesen positiven Entwicklungsansatz und halten nichts von Demagogie.

Deshalb lesen Sie unser Bezirkswahlprogramm  und unser Landeswahlprogramm und wählen Sie die Piraten.

Bucher Erklärung

Am Samstag, den 17. Mai, wurde auf dem Aktionstag in Berlin-Buch „Sei demokratisch, Sei respektvoll, Sei Buch“ eine Erklärung verfasst und von 15 lokalen und bezirklichen Organisationen sowie über 40 Bucherinnen und Buchern unterschrieben. Die „Bucher Erklärung“ möchte ein Zeichen setzen, dass in Berlin-Buch viele demokratische Menschen leben und sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus einsetzen.
Hier der komplette Text sowie die Erstunterzeichnerliste:

„Sei demokratisch, sei respektvoll, sei Buch“
17. Mai 2014

Buch ist Teil einer weltoffenen und lebendigen Metropole. Der Stadtteil lebt von Vielfalt. Sie macht
Buch als Wohn- und Arbeitsort attraktiv und ist Garant für eine optimistische Zukunftsperspektive.
Buch darf und soll kein Schaufenster rechtsextreme Vorfälle sein.
Wir lassen es nicht zu, dass Rechtsextremismus und Rassismus das öffentliche Erscheinungsbild
und das Image von Buch übertünchen. Derartigen Aktivitäten erteilen wir eine klare Absage.
Entschieden und gemeinsam setzen wir uns für ein demokratisches und respektvolles Buch ein!

Erstunterzeichner_innen:
Paritätischer Wohlfahrtsverband LV Berlin
ST Karower Dachse e.V.
Steine ohne Grenzen
Bucher Bürgerverein
Netzwerk Spiel/ Kultur e.V.
Mieterbeirat HOWOGE
BBB Mangament GmbH Campus Berlin-Buch
Albatros gGmbH
Projekt für Zivilkultur und Internationalität
Runder Tisch Geschichte Buch
SPD Karow-Buch
DIE LINKE Karow-Buch
Jusos Pankow
Bündnis 90/ Die Grünen Pankow
Piratenpartei Pankow
Rainer-Michael Lehmann (SPD)
Bürgermeister Matthias Köhne
Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial

und 45 Bucherinnen und Bucher

Zweites Paar Augen: Georg Wehrmann

17. Mai – Aktionstag gegen Rechtsradikalismus in Berlin-Buch

Sei demokratisch, sei respektvoll, sei Buch – unter diesem Motto steht der Aktionstag gegen Rechtsradikalismus in Berlin-Buch. Nach neuen rechtsradikalen Übergriffen dort, tut Aufklärung Not. Deshalb laden Pankower Register, moskito, Pfefferwerk, die Stadt Berlin und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 17. Mai ab 14.00 Uhr ins Bucher Bürgerhaus, Franz-Schmidt-Straße 8-10, Berlin-Buch ein.

Auf dem Programm stehen eine lange Tafel für Demokratie, Bucher allerlei und Angebote für Kinder, außerdem ein Workshop „Bucher Visionen“ und Fachvorträge zu den Themen „Fluchtursachen“, „Eltern stärken“ und „Rechte Symboliken und Codes“.

Wir freuen uns, wenn an diesem Tag auch viele Piraten nach Buch fahren und ein Zeichen setzen: Wir unterstützen die Bucher gegen rechts!

Zweites Augenpaar:Johannes